Kosmetik

Inhaltsverzeichnis

  1. Seife
  2. Creme
  3. Deo
  4. Zahnbürste
  5. Zahnpaste
  6. Zahnseide
  7. Mundspülung
  8. Haarpflege
  9. Rezepte
  10. Nagellack
  11. Lippenstift
  12. Kleines Naturlexikon
  13. Fremdwörteranhang
  14. Quellennachweis
Allgemeine Kosmetik

Kosmetik heißt auf griech. Schönheitspflege. Schon früher gab es Kosmetik. Auch damals hatten die Menschen den Wunsch durch Farben und Düfte Reiz auf andere auszuüben. Auch die Ägypter kannten zahlreiche Parfüms, wie den Schweiß der Götter und Balsame. Da sie jedoch noch nicht die Destillation von Alkohol kannten, wurden Öle und Salben beigemischt um die Duftsubstanzen haltbar zu machen. Die Destillation wurde im spätromischen Byzaz von Ärzten erfunden und damit ebneten sie den Weg in die Parfümherstellung die von den Arabern um 900n.Chr. verfeinert wurde. Kosmetikartikel sind Gegenstände unseres täglichen Bedarfs. Der größte Anteil des Kosmetikartikel Gebrauchs ist in den hochindustrialisierten Ländern : Westeuropa, Nordamerika und Japan. 

Die Kosmetik wird in 4 Hauptgruppen unterteilt:

Haarpflege : Shampoo, Haarspray, Dauerwelle, Haarfarben 

Hautpflege: Seife, Creme, Sonnenschutzmittel, Rasierprodukte 

Mundpflege: Zahnpasta, Mundwasser 

dekorative Kosmetik: Lippenstift, Make Up, Nagellack 

All diese Kosmetikartikel wirken äußerlich auf den Menschen ein und haben keine systemische Wirkung. Das ist die Abgrenzung zur Pharmazie! Kosmetikartikel werden uns täglich durch Werbung nahegebracht.

Auch wenn sich einige Leute (besonders Männer) von der Kosmetik distanzieren, gebraucht sie jeder im täglichen Bedarf, denn Kosmetik ist nicht gleich schminken. !

Wir alle benutzen Kosmetika in Form von Seife, Zahnpasta, Shampoo ..... . Dies ist auch gleichzeitig ein Beitrag zur Hygiene, Gesundheit, Wohlbefinden und natürlich auch für das Selbstwertgefühl.

Alle Kosmetika sind Vielstoffgemische, denen meistens noch ein Duftstoff zugeführt wird, der seinerseits wieder aus einer Vielzahl von chemischen Substanzen besteht.

Seife

 Seife ist das am meisten benutzte Reinigungsmittel, wenn man einmal vom Wasser absieht. Alle Stoffe die von Natur aus wasser- löslich sind Staub, ölfreier Schmutz, zucker- und salzhaltige Stoffe, etc, kann auch ohne Seife entfernt werden. Aber der Schmutz der öl- bzw. fetthaltig ist, ist eher „Wasserscheu“, so muss man, um ihn zu lösen, eine Brücke zwischen Wasser und Öl/Fett bauen. Als Brücke wird seit Jahrzehnten also Seife benutzt. Die Seife besteht unter anderem aus Tensiden. Tenside haben eine fettliebende und eine Wasserliebende Seite. Die jeweilige Seite verankert sich mit dem Stoff.

 

 

 

 

So braucht man nur noch einen Waschlappen um den Schmutz abzutragen. Früher nahm man noch Emulgatoren für die Haut. Doch sie waren wesentlich aggressiver als Tenside.

Der Nachteil der Seife ist, dass sie alkalisch ist, sie quillt die Haut auf und lässt sie austrocknen. Die Alkalität macht jedoch einer jungen, gesunden Haut, nichts aus. Durch ihr natürliches Puffersystem ist sie in der Lage die Lauge unschädlich zu machen.

Gerade weil die Haut die Seife nicht optimal zu vertragen scheint, sucht man nach Alternativen. Die Reinigungsmilch ist eine davon, sie reinigt die Haut auf eine besonders sanfte Art und Weise. Die Fettphase dieser Emulsion enthält rückfettende Stoffe, so dass die Haut nicht stark entfettet wird. Wenn man außerdem noch zügig arbeitet wird die Einwirkungszeit in die Haut geringer, und das natürliche Hautfett bleibt erhalten.

Herstellung der Seife:

Heutzutage werden zuerst die Fettsäuren mit Hilfe von Katalysatoren gewonnen, indem man Fett auf etwa 180°C erhitzt und unter einen Druck von 100*105 Pa stellt. Abfallprodukte wie Glycerin und Wasser sind leicht von den Fettsäuren zu trennen. Man gibt  sie entweder gleich in siedendes Soda, wo sie zu Seifenleim verarbeitet werden oder die Säuren an sich werden noch weiterverarbeitet. Der Seifenleim wird dann durch Aussalzen zu Seife verarbeitet.

 Die Geschichte der Seife:

Eine Vorform der Seife kannten unsere Urahnen schon seit 4000 Jahren. Den Stoff mit dem sich die Sumerer, eine der ersten Hochkulturen (die im heutigen Irak lebten), wuschen, würde man heute als Schmierseife bezeichnen. Obwohl es damals noch keine Industrieschlote, öligen und fettigen Schmutz, kein Teer gab, hatte man schon das Bedürfnis sich mit Seife zu waschen. Wenig später wurde in Ägypten das erste Seifenrezept aufgeschrieben.  

Produktion früher:

Die Römer stellten Seife aus Ziegenfett und Holzasche her.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Kalilauge durch das Auslaugen von Asche gewonnen. Hierbei entstand die sogenannte Pottasche. Zu diesem Zweck wurde die Asche in mit Siedeböden versehenen Holztrögen mit Wasser versetzt. Die Pottasche wurde dann mit gebranntem Kalk in Kalilauge überführt. Nun fügte man ein Tierfett oder pflanzliches Fett hinzu. Dann erhitzte man das Ganze und erhielt so die Seife (Schmierseife). Führt man den Vorgang mit Fett und einer Sodalösung oder Natronlauge durch enthält man Kernseife.

Creme

Das Wort „Creme“ kommt aus dem französischen und heißt übersetzt >>Sahne<< .

Cremes können nach dem Waschen der Haut oder nach deren gründlicher Reinigung einen gestörten Wasser-Lipid-Mantel wieder in das Gleichgewicht bringen oder durch einen gewissen Abdeckeffekt den Feutigkeitsgehalt der Hornschicht erhöhen.

Cremes müssen wie auch andere Kosmetische Fertigpräperate, der Kosmetikverordnung entsprechen und auch eine Haltbarkeit von drei Jahren aufweisen. Aus diesem Grund enthalten sie Konservierungsmittel.

Neben den Haarpflegemitteln bilden Hautcremes die wichtigste Gruppe kosmetischer Zubereitung. Die Hauptfunktion dieser Creme zielt auf die Normalisierung des Wasserhaushaltes der Haut. Dabei entfalten sie eine glättende Wirkung, die besonders bei trockener Haut spürbar ist.

Eine gute Hautcreme bewirkt, was der intakte Hydralipid-Mantel des Jugendlichen erreicht: die Haut wird oberflächlich geschmeidig und glatt gehalten, die Austrocknung wird vermieden und es wird eine gewisse Begrenzung des Bakterienbefalls erreicht.

Darüber hinaus sollen die in den Hautpflegemitteln erhaltenen Öle in Kombination mit anderen Produkten einen vorübergehenden Ersatz der natürlichen Hautlipide erlauben, die durch häufiges baden entfernt worden sind.

Bei allen Cremes und Milchen handelt es sich um Emulsionen, die man auch Dispersionen nennt. Unter Dispersionen versteht man ein (disperses) System aus mehreren, nicht ineinander löslichen (d.h. nicht miteinander homogen mischbaren Flüssigkeiten (Phasen). Mindestens eine Phase stellt den größeren Teil der Emulsion , sie ist die Hauptphase oder das Dispersionsmittel. Eine weitere Phase ist darin fein verteilt. Dies ist die dispergierte Phase oder das Dispergenz.

Emulsionen sind Mischungen aus Öl und Wasser.

Normalerweise lassen sich diese beiden Substanzen nicht mischen, allerdings ist das Hautfett in der Lage , bis zu 80% Wasser aufzunehmen.  Deshalb war das Wollfett der Schafe auch lange Zeit ein wichtiger Creme Bestand. Obwohl Öl und Wasser durchsichtig sind, ist die Emulsion weiß.

Der Grund dafür sind mikroskopisch kleine Tröpfchen aus Öl und Wasser die bei der Emulsion entstehen. Jene brechen das Licht wodurch die Emulsion weiß wird.

Die Emulsionen unterscheidet man in zwei grundlegende Typen:

O/W = Öl und Wasser

W/O = Wasser und Öl

Bei der O/W Emulsion handelt es sich um eine feine Verteilung von Öltröpfchen in Wasser. Bei der W/O Emulsion genau um das umgekehrte System.

Durch Zusatz von Emulgatoren wird die Stabilisierung solcher Emulsionen erreicht, deren chemische Struktur über einen weiten Bereich variiert.

Grundsätzlich bestehen jedoch alle Emulgatoren aus einer Kombination von lipophilen und hydrophilen Molekühlteilen.

  Deodorants

Durch die Schweißbildung versucht der Körper uns Abkühlung zu verschaffen. Schweiß ist also etwas ganz natürliches. Es fängt erst an zu „müffeln“ wenn, die Bakterien anfangen den Schweiß zu zersetzten. Der Schweißgeruch wird von den Menschen als unangenehm aufgefasst. Man kann die Geruchsbildung verhindern/verzögern, in dem man Deodorants aufträgt. Dieses kann auf unterschiedliche Wege erreicht werden.

Mikroorganismen, die für die Zersetzung von Schweiß ver-antwortlich sind, sollen durch Bakterizide Mittel unschädlich gemacht werden. Allerdings kann dadurch auch die Hautflora, die, die Haut gegen schädliche Keime und den Körper vor Infektionen schützt, angegriffen werden.

Die für die Schweißzersetzung verantwortlichen Bak-terien, werden von Bakteriostatischen Mitteln am Wachs-tum gehemmt.

Die Wirkung der schweißzersetzenden Enzyme wird durch Enzymblocker unterbunden, ohne die Bakterien zu schädigen von denen sie gebildet werden.

Geruchsüberdeckende Mittel (Parfüme.) Sie überdecken den Geruch, indem sie ihn in ihren eigenen Geruch einbinden.

Geruchsabsorber. Sie binden den Geruch, sind aber nicht gegen die Bakterien aktiv.

Antitranspiranten. Sie enthalten Mittel, die die Schweiß-drüsen zusammenziehen  und dadurch die Schweißbildung verringern. Die Schwächung der Schweißbildung beträgt 20-60%. Die volle Wirkung ist nicht sofort gegeben, sondern erst nach mehrmaligem Gebrauch. Man sollte sie nur einmal am Tag verwenden, und nur auf ausgeruhte, kalt abgewaschene Haut auftragen.  

Außerdem gibt es auch noch verschieden Arten Deos aufzutragen.

 In Deo-Sprays sind die Wirkstoffe in Alkohol und/oder Wasser, aufgelöst. Frei von Wasser und Alkohol werden die meisten Antitranspirantien formuliert. Sie enthalten neben Aluminium-Hydrooxidverbindungen, die adstringierend wirken, auch antibakterielle Wirkstoffe.

 Puder-Sprays; neben den Wirkstoffen von normalen Sprays enthalten sie noch Talkum, Stärke oder Zinkstearat.

 Deo-Roller werden als Öl/Wasser Emulsion oder als Gelee formuliert.

 Deo-Stift enthalten Seife, die in Verbindung mit Glykolen oder Glycerin transparente Stift ergeben.

Deo-Cremes enthalten keinen Alkohol und sind daher für empfindliche Haut geeignet. Sie enthalten Öl/Wasser Emulsionen auf der Grundlage von Stearinsäure und Glycerinmonosteakraten.

Leere Deo-Stift Hülle


 

   



















 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mundpflege

Unsere Zähne (lat. Dentes) sind wissenschaftlich betrachtet, symmetrisch angeordnet. Im Allgemeinen wird der Zahn in drei Bereiche unterteilt. Den sichtbaren Teil bezeichnet man als Krone, an die schließt sich der Zahnhals an und anschließend, die im Kiefer-Knochen versteckte Wurzel an. Das Zahnbein, bestehend aus einer Knochenähnlichen Substanz, umschließt das Weich-gewebe. Dieses Weichgewebe heißt auch Pulpa oder Zahnmark. Dieses besteht vorwiegend aus Nerven- und Blutgefäßen. Die äußere Schutzschicht der Krone heißt Zahnschmelz. Diese ist die härteste Substanz die der Körper bildet. Die Wurzel wird von einer Knochenschicht, dem Zahnzement umgeben.

Die Bakterien, bilden zusammen mit den Speiseresten, abgestorbenen Schleimhautzellen und Körpersekreten einen schmierigen Schleimbelag, der Plaque genannt wird. Wachsen diese Bakterien ungehemmt, führt das zunächst zu kosmetischen Problemen wie störenden Mundgeruch und Gelbfärbung der Zähne. Später treten ernsthafte Erkrankungen wie Karies und Parodontose auf. (Sie gelten übrigens als die weitverbreiternsten Krankheiten weltweit.)

Um diesen Dingen vorzubeugen ist regelmäßiges Zähneputzen das beste Mittel. Mit der Hilf von Pasta und Bürste werden Bakterien mechanisch gelöst und entfernt. Man sollte min. 2 mal täglich und 3 Minuten lang die Zähne putzen.

Zahnbürste:

Die Zahnbürste darf nicht zu alt sein, damit die Borsten auch noch gut „kehren“. Damit es so hygienisch wie möglich ist werden Kunstoffborsten empfohlen (Naturborsten sind unhygienisch). Man sollte keine V-förmig zugespitzten Borstenbüschel haben, da sonst das Verletzungsrisiko zu groß ist, ebenfalls werden mittel bis weiche Borsten bevorzugt.

Zahnpasta:

In der Zahnpasta sind sogenannte „Putzkörper“ enthalten, diese kleinen Körnchen nennt die Wissenschaft so. Diese sollen das putzen nicht im chemischen, sondern im mechanischen Putzvorgang unterstützen. Die Kornhärten , -größen und -formen können unterschiedlich sein. Sie bestehen meistens aus Kieselsäure, Aluminium- oder Calciumverbindungen. Die Putzkörper können bis zu 50% einer Zahncreme ausmachen. In der Zahnpasta sind auch waschaktive Substanzen, wie z.B. die Tenside enthalten, auch sie dienen zum entfrenen von Zahnbelägen.

Man muss 3 Minuten lang putzen, damit Inhaltsstoffe wie Fluoride, ihre volle Wirkung entfalten. Die Fluoride gehören zu dem chemischen Teil und helfen aktiv bei der Kariesbekämpfung indem sie den Zahnschmelz härten, dadurch werden die Zähne wiederstandsfähiger gegenüber Karies. Dabei hemmen sie außer-dem den Stoffwechsel der schädlichen Plaque-Bakterien. Triclosan mit Copolymer oder Aminfluorid mit Zinnfluorid verringern die Zahnbeläge und die Entzündungen des Zahn-fleisches.

Zahnseide:

Die Zahnseide wird verwendet um die engen Zahnzwischenräume zu säubern. Dadurch werden Plaque und Speisereste erfolgreich beseitigt. Bei Brücken, Kronen und Zahnfleischverwachsungen ist die Zahnseide oft das einzige Mittel das Gebiss richtig zu reinigen. Der tägliche Gebrauch senkt das Kariesrisiko erheblich. 

Mundspülungen:

Mundspülungen sind nur eine Ergänzung zum Zähneputzen, kein Ersatz. Nach dem Zähneputzen kann der Mund- und Rachenraum mit Mundwasser ausgespült werden. Sie dienen ebenfalls zum Entfernen von Belägen und der Atem bleibt so frisch. Sie enthalten oft Chlorhexidingluconat, Triclosan, Copolymer, Aminfluorid, Zinnfluorid und ätherische Öle. Es gibt auch Mundspüllösungen mit Fluorid die bei erhöhtem Kariesrisiko eingesetzt werden. Viele Mundwasser enthalten Alkohol, allerdings gibt es für Kinder und alkoholkranke Menschen auch Alkohol freie Produkte. Wenn man es mit den Mundspülungen übertreibt, kann es sein, dass sich die Zähne verfärben. Das geht aber wieder zurück, sobald man die Mundspülungen unterlässt.

Wenn Zahnbürste, Zahnpasta und Spülwasser gerade nicht zur Hand sind, kann man die Zähne mit zuckerfreien Kaugummis etwas reinigen. Zum Süßen enthalten sie Zuckeraustauschstoffe. Xylit ist ein solcher Stoff, der Studien zufolge auch direkt Karies-hemmend wirkt.

Haarpflege

Haare

Für Mediziner und Wissenschaftler sind Haare nicht weiter als sogenannte Hautanhanggebilde, totes Material. Ebenso wie unsere Fuß-, Fingernägel bestehen sie hauptsächlich aus Keratin (grie.  Keras = Horn). Unsere Haare sind also mikroskopisch kleine Hornbündel, die mehrfach miteinander verflochten sind.

 

 

 

 

 

 

 

Deshalb sind sie auch so elastisch, wenn sie aus einer Röhre bestehen würden, könnte man sie viel leichter brechen.  Um unser Haar liegt eine Schutzschicht aus winzigen Keratin-Plättchen die sich überlappen. Diese Schutzschicht ist außerdem für den Glanz unserer Haare verantwortlich. Wenn sie intakt ist, reflektiert sie das Licht.  

Viele Leute haben sogenanntes „Problemhaar“, z.B. schnell nachfettendes Haar, was hormonell bedingt ist, oder Spliss, der selbstgemacht ist, z.B. durch eine Dauerwelle.

 

Fettige Haare und Schuppen:

Die Haare werden nach der Wäsche schnell wieder fettig, weil unsere Talgdrüsen nicht immer so funktionieren wie sie sollen. In diesem Fall geben sie zuviel Talg ab und die haare werden schnell fettig. Dann kommt unter Umständen auch noch das Schuppen Problem hinzu. Die Hornschüppchen, die oben auf der Kopfhaut liegen, werden durch das überschüssige Fett verklebt und bilden so riesige Schuppen, die dann vom Kopf auf Kleidung etc. rieseln. Normalerweise sieht man sie nicht, denn sie sind eigentlich ganz winzig.

Aber das ist nicht das einzige Problem der Schuppenbildung. Meistens ist das Problem hausgemacht, weil sich viele Menschen die Haare mit billig Tensiden waschen fördern, sie die Schuppen-bildung. Sie entfetten die Kopfhaut zu stark, und reizen sie dadurch. Die Kopfhaut reagiert hierauf mit stärkerer Hautzellenbildung.

 

Shampoos im allgemeinen:

Mit Hilfe eines Shampoos werden Schmutz, überschüssige Fette und Schuppen aus dem Haar gespült. Man soll sein Haar so oft wie nötig waschen, da Schmutz und Schadstoffe weit schädlicher sind als häufiges Waschen der Haare. In jedem Shampoo sind unterschiedliche Tenside enthalten. Sie sind für die Waschwirkung wichtig, da sie einen Wasser liebenden Kopf und einen fett-liebenden Schwanz haben. Tensid verbindet beide Komponenten miteinander, es heftet also das Waschwasser an den fettigen Schmutz.

Spezielle Wirkstoffe:

Schuppen: 

Pirocton Olamin hemmt den Wachstum von Mikroorganismen und es stoppt nachweißlich die vermehrte Zellbildung, löst die verklebten Schuppen von der Kopfhaut ab. 

Bei Spliss:

Nuratin und Elastinpulver, früher wurden beide Stoffe aus tierischen Rohstoffen gewonnen, doch heute sind sie rein pflanzlich. Sie werden aus dem Weizenkleber Gluten gewonnen. Es sind Proteinhydrolysate, d.h. die kleinen Teilchen können nun besser in das Haar eindringen. Das Nuratin lagert sich darüber hinaus zwischen den äußeren Hornzellen  im Haar ein und repariert damit scheinbar den geschädigten Schuppenpanzer.

Färben, Tönen, Dauerwelle:

Auf diese Art und Weise kann man die Haare verändern und verschönern. Allerdings ist das nicht jedermanns Sache.

Bei der Dauerwelle oder beim Färben muss die intakte Schutzhülle zerstört werden, damit das Produkt wirken kann. Dieses geschieht meist durch Ammoniak dass das Haar aufquellen lässt und so den Schutzpanzer sprengt.

 Tönen:

Die Tönung (Direktzieher) enthält fertige Farbmoleküle, die nicht tief ins Haar eindringen, sie bilden einen Farbigen Film um das Haar. Sie halten etwa 8-10 Haarwäschen.

 

 

Sie funktionieren allerdings nur wenn die neue Farbe dunkler als die eigene Haarfarbe ist. Die Farbpigmente überdecken lediglich die echten.  Man macht sich auch der hauptsächlich negativen Ladung im Haar nützlich, indem man kationische Farbstoffe verwendet. Durch die Anziehungskraft der unterschiedlichen Ladungen haftet die Farbe im Haar.

Färben:

Beim echten Färben, müssen die Haare zunächst entfärbt werden, die natürlich Farbe muss also zerstört werden. Das erreicht man durch aggressives  Bleichen. Die alte Farbe muss aus den Haaren raus, da sonst kein Platzt für die neuen Pigmente wäre.  

 

 

 Diese neuen Pigmente werden aber erst im haar gebildet, denn in der Colorationscreme sind nur die Bausteine dieser Farbmoleküle enthalten. Im Haar sorgt ein Oxidationsmittel (in der Regel Aggressives Wasserstoffperoxid) dafür, die Teilchen zu einem großen Molekül zusammen finden. Jenes kann nicht mehr ausgewaschen werden.

Beim Blondieren geschieht  ungefähr das Gleiche, nur dass hier dem Haar alle natürlichen Farbstoffe entzogen werden, ohne dass eine neue Farbe entsteht.

Dauerwelle:

Bei der Dauerwelle werden die Haare erst auf Wickler gedreht, dann kommt die Dauerwellenflüssigkeit (alkalische Lösung) darüber. Die bewirkt dass die Haare aufquellen, nun kann der eigentlich Wirkstoff ins Haar eindringen. Durch ihn werden die Schwefelbrücken im Haar geöffnet, der Wirkstoff der diese Reaktion hervorruft ist Wasserstoff. Danach wird die Flüssigkeit wieder herausgespült. Das Haar ist wegen der geöffneten Schwefelbrücken einen Moment im instabilen Zustand, dadurch hat das Haar die Form der Wickler angenommen. Jetzt werden die Haare fixiert, diese Flüssigkeit besteht hauptsächlich aus Wasserstoffsuperoxid. Nun wird ein atomares Sauerstoffmol freigesetzt, welches sich mit den gelösten Schwefelbrücken verbindet. Das Haar bekommt seine Stabilität zurück. An-schliessend werden die Wickler wieder entfernt.  

Stylingprodukte:

Für strapaziertes Haar:

Chemisch behandeltes, oder von Natur aus strapaziertes Haar braucht ein Styling (Haarspray, Schaumfestiger) welches pflegt, festig und schützt. Oft werden hierzu Produkte verwendet die Aloe Vera und regenerierte Mango beinhalten. Sie kräftigen die Struktur von strapazierten, dauergewellten oder coloriertem Haar.

Für feines Haar:

Da es mit normalen Stylingprodukten schnell pappig wird, braucht auch feineres haar besondere Stylingprodukte. Durch Kiwi- und Melonenextrakte werden auch diese Haare besonders unter-stützt.

Rezepte                 Synthese eigener Produkte

Shampoos:                Fettendes Haar:

Rosmarinshampoo:

20 ml Shampoo (handelsüblich zu kaufendes Shampoo für  Normalhaar oder selbstgemachtes, siehe Rezept)

1 Eigelb    5 Tropfen Rosmarinöl

Zubereitung:

Shampoo, Eigelb und Rosmarinöl in eine Schüssel geben. Mit einem Schneebesen gut miteinander verrühren, bis die Masse cremig geworden ist.

Anwendung:

Das Shampoo sofort nach der Zubereitung verwenden.

Shampoos:                  Schuppiges Haar:

Eigelbshampoo:

20 ml Weinbrand        1 Eigelb

80 ml Shampoo (handelsüblich zu kaufendes Shampoo für Normalhaar oder selbstgemachtes, siehe Rezept)

 Zubereitung:

  Weinbrand und Eigelb in eine Schüssel geben, mit einem Löffel gut miteinander verrühren. Danach das Shampoo hinzugeben und sorgfältig verrühren, bis die Masse cremig geworden ist. Das fertige Eigelbshampoo in eine saubere, trockene Flasche füllen.

  Haltbarkeit: etwa 6 Wochen

 

Tensidmischung HT:

50 g Facetensid            30 g Betain         4  g  Sanfteen 

Die drei Tenside mit dem Glasstab zusammenrühren. Der Sanfteen lässt sich anfangs schwer unterrühren, wird allerdings dass in den einzelnen Shampoorezepten  angegebene Wasser hinzu gefügt, löst es sich ohne Probleme.

  Shampoo für Normales Haar:

0,5 g (1kl. Messlöffel) Haarguar HT

105 ml frisch abgekochtes oder destilliertes Wasser

84 g Tensid Mischung

2 g D-Panthenol

6 ml (3 knappe Messlöffel) Plantessenz HT

4 g (1,5 Meßl.) Vithaar HT

1 ml Kalweg oder Zitronensaftkonzentrat

12 g ( ca. 5 Meßl.) Rewoderm

evtl. 2 ml (60 Tr.) BioKons HT oder 40 Tr. Paraben K zur Konservierung

Haarguar in ein Becherglas geben, Wasser zügig zugeben und Pulver unter Rühren auflösen, dann in die Tensidmischung einrühren. Hautpflegendes D-Panthenol, Plantessenz HT und Vithaar HT hineinrühren. Zum Einstellen des ph-Wertes (Säure-grad), Kalweg oder Zitronensaftkonzentrat zugeben. Zuletzt Rewoderm in feinem Strahl oder Messlöffel für Messlöffel zugeben.

Shampoo bei Bedarf konservieren.

Shampoo gegen starke Schuppen

10 Tropfen Teebaumöl

84 g Tensidmischung HT

0,5 g (1 kl. Meßl.) Haarguar HT

2 Meßl. Pirocton Olamin

110 ml abgekochtes oder destilliertes Wasser

5 ml (2 Meßl.) Birkenextrakt

1 ml Kalweg oder Zitronensaftkonzentrat

12 g (ca. 5 Meßl.) Rewoderm

evtl. 2 ml (60 Tr.) BioKons HT oder 40 Tr. Paraben K

Teebaumöl in die Tensidmischung HT einrühren, Haarguar und Pirocton Olamin in einem trockenen Becherglas vermischen und mit Wasser aufgießen. Pulver unter Rühren auflösen und in die Tensidmischung rühren. Birkenextrakt zugeben. Zum Einstellen des ph-Wertes (Säuregrad), Kalweg oder Zitronensaftkonzentrat zugeben. Zuletzt Rewoderm in feinem Strahl oder Messlöffel für Messlöffel zugeben. Shampoo bei Bedarf konservieren.    

dekorative Kosmetik

 Die dekorative Kosmetik ist der älteste Teil der Kosmetik.

Schon früher wurden durch Auftragen von Farben Botschaften an Menschen weitergegeben. z.B. : aus religiösen oder auch aus kriegerischen Gründen.

Die meisten Kosmetischen Präparate enthalten geringe Farbstoffmengen, um dem Produkt ein besseres Aussehen zu geben. In dekorativen Produkten ist der Farbstoffanteil jedoch bedeutsam und entscheidend zur Erreichung des gewünschten Ziels.

Nagellacke dienen zur Verschönerung der Finger- und Fußnägel. Ein guter Nagellack ist wasserbeständig, gegen übliche Waschmittel widerstandsfähig, elastisch und polierbar.

Weiter verlangen die Kunden, dass er schnell trocknungsfähig und gut haltbar ist. Allerdings blättern die schnell härtenden Lacke auch schneller ab.

Der Glanz eines Nagellacks wird nach Glanzstufen beurteilt : Stumpfmatt, matt, halbmatt, glänzend, hochglänzend.

Die Befürchtung das der Nagel unter dem Lack nicht richtig atmen kann ist unbegründet. Hornhaut, also die Nagelplatte atmet nicht, denn sie erhält weder Blutgefäße noch Nerven. Allerdings enthält der Nagellack andere nicht gerade hautfreundliche Substanzen und auch Lösungsmittel.

Die Streichfähigkeit ist von der Viskosität der Zubereitung abhängig.

Nagellacke enthalten filmbildene Substanzen und Lösungsmittel, die sich nach dem auftragen verflüchtigen und einen festen Film auf der Nagelplatte hinterlassen. Genauer gesagt besteht sie aus Nitrocellulose als Filmbänder. Um dessen Elastizität zu verbessern, werden Phthalsäureverbindungen so wie Ricinusöl als Weichmacher zugesetzt. Rund 80% des Nagellacks besteht aus Lösungsmittel, z. B. Ethylacetat, Butylacetat oder Ethylactat.

Als Farbpigmente werden sythetische organische Farben und Mineralfarben genommen.

Um das absetzen der organischen Lösungsmittelunlöslichen anorganischen Pigmenten beim Lagern der fertigen Nagellacke zu verhindern, werden kolloidale Kieselsäure oder Natallseife wie z. B. Aluminium- oder Zinkstearat zugesetzt.

Durch Zumischung von Titandioxid erhält man Abschattierungen ins Weiße und durch Eisendioxid ins Rote.

 Lippenstifte

An Lippenstifte werden von Kunden hohe Anforderungen und Eigenschaften gestellt bzw. erwartet. Er muss einerseits bruchfest , darf aber andererseits nicht zu hart sein. Er soll außerdem auch noch bei höheren Temperaturen Formbeständig sein. Außerdem soll er weder Öl abscheiden noch Farbstoffe und Fette auskristalliesieren. Außerdem soll er haftfest sein und in der Regel glänzen.

Die Lippenstiftgrundmasse besteht aus einer Öl-/Fettphase, die etwa 70 % beträgt und aus einer Wachsphase, welche aus ca. 25% der Lippenstiftmasse besteht. Beide weisen in etwa einen Schmelzpunkt von 65-70°C auf.

Unter die Öl-/Fettphase fallen wechselnde Anteile von : durch Hydrierung von gehärtetem Erdnußöl, Ricinusöl, Fettalkohole (z.B. Cetylalkohol),

Isopropylmyristat und synthetische Triglyceride. Diese haben auch die Aufgabe die öllöslichen Lippenstiftfarbstoffe aufzunehmen.

Zu der Wachsphase gehören: Bienenwachs, Carnaubawachs, Wollwachse (Lanolin) und Paraffine.

Carnaubawachs erhöht bereits bei einem Anteil von 5% den sonst so niedrigen Schmelzpunkt des Lippenstiftes.

Der Bienenwachs ermöglicht eine gute Konsistenz des Stiftes, ohne das er zu hart wird.

Der Farbstoffanteil von Lippenstiften beträgt maximal bis zu 10% . Dieser Farbstoffanteil besteht in erster Linie aus mineralischen oder wasserlöslichen Pigmenten, die auf puderartige Grundstoffe, wie Kaolin, Aluminiumhydroxid oder Titandioxid niedergeschlagen werden.

Da für die Herstellung des Lippenstiftes eine gleichmäßige feine Dispersion benötigt wird, werden hier höhere Anforderungen an die Anfertigung gestellt, als bei anderer Kosmetik. Deshalb setzt man vorwiegend heterocyclische Verbindungen und Eisenoxide ein.

Manchmal werden auch Naturidentische Produkte wie ß-Carotin verwendet.

Der Pigmentanteil eines Lippenstiftes beträgt ca. 5-10%. Er wird zuerst in der Fettphase fein verteilt und dann mit der überigen Masse fein verarbeitet. Dann wird er im noch warmen Zustand in die endgültige Form gegossen.

Durch die Kosmetikanordnung werden hohe Anforderungen an die Unschädlichkeit von Lippenstiften und Lippenpflegemittel gestellt, da Teile der Pflegemittel über die Mundhöhle in den Magen gelangen können.

Die Lippenstifte die früher als Kußecht galten enthielten Eosin, welches Farbstoffe sind, die Unreinigungen von Schwermetallen aufweisen.

Die Pastellfarbenen Lippenstifte enthalten meistens Guanin oder Titanoxid, ein lichtbeständiges, ungiftiges Pulver mit gutem Haftvermögen.

Der feuchte Glanz entsteht durch eine Mischung von Glimmer und Titanoxyd.

Kleines Naturlexikon

gibt es bei Henkel auf deren Homepage !

Fremdwörteranhang

Viskosität:  [lat.] (Zähigkeit, innere Reibung), diejenige Eigenschaft eines flüssigen oder gasförmigen Mediums, die bei Deformation das Auftreten von Reibungsspannungen zusätzlich zum thermodynam. Druck hervorruft, die einer Verschiebung von Flüssigkeits- oder Gasteilchen relativ zueinander entgegenwirken. 

hydrophil : (von Pflanzen u. Tieren) im od. am Wasser lebend                (Bot.; Zool.)

Ggs. ­)hydrophob (1). 2. Wasser, Feuchtigkeit anziehend, aufnehmend (Chem.);

Eosin : roter Farbstoff, der unter anderem zur Herstellung von roten Tinten, Lippenstiften, Zuckerwaren verwendet wird.

 Guanin :  [indian.] (Iminoxanthin), Purinbase (2-Amino-6-hydroxypurin), eine der fünf am Aufbau der Nukleinsäuren beteiligten Hauptbasen.

heterozyklisch: 1. verschiedenquirlig (von Blüten, deren Blattkreise unterschiedlich viele Blätter enthalten; Bot.). 2. (chem. fachsprachlich heterocyclisch  im Kohlenstoffring auch andere Atome enthaltend (Chem.)

lipophil :  sich in Fetten, Ölen u.)a. fettähnliche Substanzen leicht lösend. 

Viskosität:   [lat.] (Zähigkeit, innere Reibung), diejenige Eigenschaft eines flüssigen oder gasförmigen Mediums, die bei Deformation das Auftreten von Reibungsspannungen zusätzlich zum thermodynam. Druck hervorruft, die einer Verschiebung von Flüssigkeits- oder Gasteilchen relativ zueinander entgegenwirken.

 Phthalsäure ápers.-gr.-lat.-nlat.; dt.ñ die; -, -n: Säure, die in großen Mengen bei der Herstellung von Farbstoffen, Weichmachern u.)Ä. verarbeitet wird

Äthyl chem. fachspr.: Ethyl ágr.-nlat.ñ das; -s, -e: einwertiges Kohlenwasserstoffradikal das in vielen organischen Verbindungen enthalten ist.

 Triglyceride,  zusammenfassende Bez. für die Triester des Glycerins, z.B. Fette.

 Aluminiumhydroxide,  Hydroxidverbindungen des Aluminiums: Aluminiumhydroxid (Al(OH)3) ist ein weißes Salz, das amphoteren Charakter zeigt. In Säuren ist es unter Bildung von Aluminiumsalzen löslich, mit Basen entstehen Aluminate.

Wasserstoffperoxid  (früher Wasserstoffsuperoxid), H2O2, farblose, in wässriger Lösung sauer reagierende Flüssigkeit (Dichte bei 0)ºC 1,47 g/cm3; Schmelztemperatur -0,41)ºC; Siedetemperatur 150)ºC); starkes Oxidationsmittel; auch Bleich- und Desinfektionsmittel

bakterizid  [griech./lat.], bakterienvernichtend, keimtötend.

En|zym ágr.-nlat.ñ das; -s, -e: in der lebenden Zelle gebildete organische Verbindung, die den Stoffwechsel des Organismus steuert (Med.)

Quellennachweis:

Chemie in der Kosmetik        Lothar Träger

Lexikon –Naturkosmetik    Babara Poble

Naturkosmetik für jeden    Linda Waniorek

Cremes und sanfte Seifen    Jean Pütz/Christine Niklas

Friseur Fachkunde- beraten, pflegen, gestalten     Gehlen(Verlag)

Homepage Henkel;      henkel.de/deutsch/index

Universität Frankfurt;   informatik.uni-frankfurt.de/~garrit/biowelt/biolink/html#top

Schule in Dorsten    dorsten.de/pentium/projektw/seife/htm

Hobbythek        über wdr.de

Quarks and Co    über: wdr.de

Zusammengestellt von

Nicole Widera: Einleitung, Themen 2,14,15, allgem. über Kosmetik

Carmen Maier-Quadt  Themen 1,3,4,5,6,7,8,9,10,11,12,13, kl. Lexikon, Quellennachweis, Fremdwörter

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